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4.7.2012 16:58

Nützliche Nützlinge in unserem Garten

  • Plädoyer für die kleinen Insekten und ihre unbändige Fresslust
Nützliche Nützlinge in unserem Garten

Fleißige Insekten. Sie kriechen, krabbeln und fliegen fast unbemerkt durch den Garten und machen fiesen Schädlingen den Garaus. Ein Plädoyer für die kleinen Insekten und ihre unbändige Fresslust.

Sie sind quasi die Elfen des Gartens, die kleinen Verbündeten des Gärtners, die meist unbemerkt alle Pflanzen vor Schädlingsfraß und anderer Unbill beschützen. Und doch, wenn die kleinen Tiere dann manchmal auftauchen, heißt es im besten Fall "Igittigittigitt" – im schlechtesten Fall bedeutet es ihren sofortigen Tod. Dabei sorgen all diese nützlichen Insekten für nachhaltigen, natürlichen Pflanzenschutz und sind fast effektiver als jede giftige und chemische Schädlingsbekämpfung – und vor allem viel gesünder für die Umwelt und ihre Menschen und Tiere.

Das biologische Gleichgewicht
Die meisten von uns haben sich sicher schon mal über die Blattläuse auf den Rosen oder andere lästige Tierchen in Heim und Garten geärgert, die so herumschwirren und die Pflanzen oder auch das Mehl im Küchenkasterl ruinieren. Jährlich kommen deshalb österreichweit mehrere Hundert Tonnen chemische Pflanzenschutzmittel in Nutz- und Ziergärten und auch Indoor-Gifte zum Einsatz – auf Kosten des Grundwassers, der Artenvielfalt und der Gesundheit von Mensch und Tier.

Die Oberkrux an der Geschichte: Die Gifte töten nicht nur die Schädlinge, sondern eben auch jene fleißigen Insekten, die die Plagegeister ganz natürlich unschädlich machen könnten. Denn Nützlinge heißen nicht umsonst so: Allgemein versteht man darunter natürliche Feinde von Schädlingen wie Insekten, Milben, Nematoden, mikroskopisch kleine Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Pilze …) und noch viele andere Organismen. Man unterscheidet zwei biologische Strategien: Räuber – Beute oder Parasit – Wirt. Der Räuber ist in diesem Fall der Nützling, der aktiv suchend die Schädlinge (Beutetiere) frisst und so die befallenen Pflanzen entlastet, ohne selbst schädigend zu wirken. Bei der Parasit-Wirt-Beziehung pflanzt sich der Nützling (Parasit) auf oder meist im Körper des Schädlings fort, er "parasitiert" ihn und tötet ihn in der Folge ab.

Die richtigen Bio-Strukturen schaffen
Grundvoraussetzung für eine effektive und biologische Schädlingsbekämpfung ist zuallererst der absolute Verzicht auf Insektizide, Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel. Dann sind natürlich auch "aufgeräumte" Gärten mit englischem Rasen, gestutzten Hecken und quasi "null natürlicher Natur" kein Lebensraum für Tiere. Um möglichst viele Fressfeinde der Schädlinge in einen Garten zu locken, müssen sowohl ausreichend Nahrung als auch der geeignete Lebensraum zur Verfügung stehen. Auch die kleinsten Insekten brauchen Nist-, Brut-, Rückzugs- und Überwinterungsplätze.

Jedem Nützling seinen Platz. Mehr dazu lesen Sie im LEBEN 07-08/12.

4.7.2012 16:58
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