Sex nach dem Wechsel
- Von wegen Schluss mit lustig nach der Menopause

Frauen haben nach dem Wechsel keine Lust mehr. Sie sind dann alt. Und alte Menschen haben sowieso keinen Sex. Es sei denn, sie sind reich, berühmt und natürlich Männer. So klingt die Quintessenz verbreiteter Ansichten zum Thema Menopause und körperliche Liebe im fortgeschrittenen Menschenleben. Die Wahrheit sieht jedoch ganz anders aus. Und sie ist wissenschaftlich belegt.
"Der Wechsel ist nicht mehr als eine Schwellensituation im Leben, die Veränderungen bringt, auf die man sich einstellen muss. Davon gibts ja viele: Pubertät, Kinderkriegen, Trennungen...", betont die renommierte Wiener Sexualmedizinerin Elia Bragagna. Und die Expertin wettert gegen falsche, von der Gesellschaft aufgebaute Bilder, die den Menschen Lebensfreude und Lust rauben: "Wenn's danach ginge, dürften wir gar nicht älter werden. Wer nicht ewig jung, faltenfrei, dünn und geil ist, wird gleich schief angeschaut oder ignoriert. Als ob ein Mensch nicht mehr als bloße Hülle wäre!"
"Krankheit" Wechsel
Vor allem beim weiblichen Wechsel zeige sich nackte Ignoranz: Ein ganzer "Rattenschwanz" von Industrien profitiere davon, dass diese Phase hormoneller Veränderung wie eine Krankheit dargestellt werde, kritisiert Bragagna: "Die Menopause wird regelrecht pathologisiert. Dabei ist sie zwar eine Herausforderung für die Frauen, aber sicher nicht das Ende ihrer Sexualität."
Keine Angst vor ärztlicher Unterstützung Medizinische Hilfen. Dass sich die Veränderungen im Hormonsystem, die rund ums 50. Lebensjahr auftreten, aufs Liebesleben auswirken, ist ganz natürlich. Dies trifft beide Geschlechter:
● Bei der Frau sinken die Östrogen-, Progesteron- und Testosteronwerte. Dies führt zu geringerer Durchblutung der Genitalien, verringertem lokalem Lustempfinden und trockenerer Scheide. Mögliche Folgen: Erregungsstörungen, Lustverlust und Schmerzen beim Verkehr.
● Beim Mann führt der Abbau von Testosteron ebenso zu schwächerer genitaler Durchblutung und damit zu weniger Lustempfinden und Standhaftigkeit des "besten Stücks".
Doch ist all dies kein Grund, sexuellen Freuden adieu zu sagen.
Lesen Sie mehr dazu im LEBEN 12/01-02!











