Österreichs Gesundheitsmagazin

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1.9.2010 11:21

Eitelwonne nach der Geburt spielt's selten: Wie das Baby eine Partnerschaft verändert

  • Sex und Arbeitsteilung werden zu den Streitthemen
  • So meistern Sie den "Prüfstein erstes Kind" leichter

Als Klein Moritz noch im Bauch von Mama Eva ruhte, gab's nichts als eitel Wonne. In zig Gesprächen vereinbarten die angehenden Eltern voll Vernunft und Ernst, wie's im Leben der bald dreiköpfigen Familie zugehen wird: Arbeitsteilung total, eh klar. Eva in Karenz, weil's leichter geht – und Papa Alex mehr verdient.

Aber auf alle Fälle auch viel väterliche Betreuungszeit, damit Eva Zeit für sich selber hat. Und weiter mit der glücklichen Beziehung, also Raum für Zweisamkeit. Perfekte Übereinstimmung à la "Wo alles abgesprochen, da keine Krise – es wird wunderbar". Nur jetzt, Monate später, sieht die Welt ganz anders aus. Moritz? Oh, dem geht's gut. Eva und Alex deutlich weniger. Weil oft die Fetzen fliegen und Sex, wenn überhaupt ein Thema, nur noch eins zum Streiten ist.

Beziehungsprüfung Kind
Im Rahmen einer Studie des Psychologen Scott Stanley von der Universität in Denver berichteten 90 Prozent der Paare, das erste Kind habe ihre Beziehung arg gebeutelt. Auch Martina Leibovici-Mühlberger von der ARGE Erziehungsberatung kennt das Phänomen, das Alex und Eva plagt, aus täglicher Erfahrung: "Das Konfliktpotenzial erster Elternschaft ist enorm. Ich habe ständig Paare zur Beratung, die damit nicht zurande kommen. Oft arrangiert man sich beim ersten Kind grade noch, während beim zweiten die Scheidung folgt." Deshalb empfiehlt die Expertin, früh Profi-Rat zu suchen, wenn es bei Neo-Eltern kriselt. Die Auslöser des Dilemmas lägen meist auf der Hand, und somit sei dieses mit etwas Hilfe lösbar.

Traum & Wirklichkeit
"Wir haben Paare zwischen dem letzten Schwangerschaftsdrittel und dem zweiten Lebensjahr des Kindes beobachtet und festgestellt, dass viele da zwischen Traum und Wirklichkeit zermahlen werden", so Leibovici-Mühlberger. Als typische Streitpunkte gelten Sexflaute und Haushalt. Die wahre Hürde liegt aber anderswo, betont die Spezialistin: "Unsere Gesellschaft baut neue Rollenbilder, gibt Paaren aber nicht das Werkzeug, sie zu erfüllen." Eine "spezielle" Klippe sei etwa schlicht die Hausarbeit: Während der Schwangerschaft wird Leibovici-Mühlbergers Studie zufolge viel über moderne, partnerschaftliche Aufteilung gesprochen. Nur: "Ist dann das Kind da, kommt's rasch zum Rückfall in alte Rollenbilder. Und schon steht Mama – wie ihre Ahninnen – solo knietief in Breibatzen und Abwasch.

Lesen Sie die ganze Story im LEBEN 09/10!

1.9.2010 11:21
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