Österreichs Gesundheitsmagazin

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30.6.2010 14:48

Die neuen Anti-Krebs-Strategien: Kampf
dem Killer dank innovativer Medikamente

  • Welt-Krebskongress - die aktuellsten Erkenntnisse
  • Überlebensrate in den letzten 30 Jahren verdoppelt

Ein Veranstaltungsareal so groß wie eine Kleinstadt, mehr als 30.000 teilnehmende Experten aus aller Welt – es waren beeindruckende Rahmenbedingungen, als die ASCO, die Amerikanische Gesellschaft für Klinische Onkologie, Anfang Juni zu ihrer 46. Jahreskonferenz nach Chicago rief.

Österreich war bei diesem größten Krebskongress der Welt mit immerhin mehr als 15 Beiträgen würdig vertreten, elf davon kamen allein von KrebsforscherInnen der Med-Uni Wien. Speziell die vor 25 Jahren gegründete Österreichische Brust- und Darmkrebs-Studiengruppe (ABCSG) genießt in der Fachwelt einen ausgezeichneten Ruf.

Überlebenschancen steigern
So hatte sie mit ihrer Studie 12 vor zwei Jahren für großes Aufsehen gesorgt – mit der Erkenntnis, dass die Überlebenschancen von Brustkrebspatientinnen vor der Menopause um ein Drittel steigen, wenn die Frauen nach dem chirurgischen Eingriff statt der klassischen Chemotherapie eine kombinierte Antihormontherapie erhalten. "Die aktuellen Daten unterstreichen den Anti-Tumor-Effekt von Zoledronsäure in Kombination mit einer Antihormontherapie weiter", betont Brustkrebsspezialist Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant, Professor für Chirurgie an der MedUni Wien und ABCSGPräsident.

Brustkrebs & Body Mass Index
Interessante Erkenntnisse lieferte eine weitere Untersuchung im Rahmen der Studie 12: Bei einem Vergleich des Body Mass Index der Studienteilnehmerinnen stellte sich heraus, dass der BMI ein Ersatzparameter für die Aromatasemenge im Körper der Frau ist. "Bei übergewichtigen Patientinnen ist der Effekt einer Therapie mit Aromatasehemmern – die ja im Fettgewebe produziert werden – demnach geringer, weil sie offenbar relativ unterdosiert behandelt werden", präzisiert Studienautor Dr. Georg Pfeiler, Gynäkologe an der MedUni Wien.

Übergewicht fördert Krebsrisiko
Außerdem ermöglicht der BMI konkrete Prognosen zu den Überlebenschancen: Übergewichtige Patientinnen haben demnach sowohl schlechtere Aussichten beim krankheitsfreien Überleben als auch bei der Gesamtüberlebensrate. "Bei dicken Männern steigt das Krebsrisiko ab BMI 30 rapid an, bei Frauen mit Übergewicht schon ab BMI 25", ergänzt Univ.-Doz. Dr. Ewald Wöll, Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Krankenhaus St. Vinzenz in Zams/Tirol.

Noch mehr spannende Erkenntnisse im LEBEN 07-08/2010!

30.6.2010 14:48
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